Vier Meetingrekorde und ein neuer Deutscher Rekord beim Nieskyer MKM
Niesky - Sportplatz am Gymnasium
Spannende Wettkämpfe, vier neue Meeting-Rekorde, zahlreiche Gänsehautmomente und sogar ein neuer Deutscher Zehnkampf-Rekord bei den Masters: Das 54. Mehrkampfmeeting in Niesky bot am vergangenen Wochenende alles, was die Leichtathletik so besonders und einzigartig macht. 175 Teilnehmer stellten sich den besonderen Herausforderungen des Zehnkampfs und anderer Mehrkampfdisziplinen – bestens vorbereitet durch eine reibungslose Organisation im Vorfeld. Am Ende war das traditionsreiche Meeting nicht nur rundum gelungen, sondern ergänzte Deutschlands ältesten Jedermann-Zehnkampf um ein weiteres erfolgreiches Kapitel.
Das 54. Mehrkampfmeeting und der bereits 31. Damenzehnkampf zeichneten sich wiederholt durch sehr gut vorbereitete Wettkampfanlagen, hochmotivierte und gut gelaunte Athleten, großartige Leistungen, sehr engagierte Kampfrichter, Helfer und Organisatoren sowie toller Atmosphäre aus.
In das traditionelle Nieskyer Mehrkampfmeeting, welches auch zur DLV-Jedermannzehnkampf-Tour zählt, sind neben dem Jedermann-Zehnkampf seit mehreren Jahren die Offenen Landesmeisterschaften Masters im Zehn- und Siebenkampf, die KM in den großen Mehrkämpfen der Jugend und ein Werfer-Fünfkampf integriert. In diesem Jahr hatten 181 Athleten aus 10 Landesverbänden (Sachsen, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein, Brandenburg, Hessen) und wieder zwei Athletinnen aus Tschechien gemeldet, von denen letztendlich 170 Zehnkämpfer die Strapazen, aber auch die schönen Nebensächlichkeiten des Zweitage-Wettkampfes in Niesky auf sich nahmen.
Wie in den Vorjahren inspizierten einige der weit angereisten Teilnehmer bereits am Freitag den Sportplatz am Gymnasium, der mit seiner 250m-Rundbahn und den daraus resultierenden logistischen Herausforderungen recht ungewöhnlich für einen Zehnkampf erscheint. Doch die Nähe der vielen Nebenanlagen wie an der benachbarten Oberschule, auf dem Nebenplatz neben der Turnhalle und dem Werferplatz „Rosensportplatz“ ermöglichen dieses traditionelle Mehrkampfmeeting. Allerdings ist die Vorbereitung diesbezüglich schon sehr aufwendig. Unter anderem musste wie jedes Jahr die große 6-m-Hochsprungmatte mit mindestens zwölf kräftigen Männern vom Sportplatz am Gymnasium zum Sportplatz an der Oberschule transportiert werden, damit eine zweite kleinere Stabhochsprunganlage auf dem Hauptplatz genutzt werden kann. Zudem bezogen die ersten Starter am Freitag Abend ihre Schlafstätten in der Turnhalle oder auf dem Sportplatzgelände. Nach einer kleinen Unwetterfront mussten noch einzelne Schäden beseitigt werden. Doch der Wetterbericht versprach Besserung.
Der Wettkampf startete am Samstagvormittag unter eher kühlen, noch feuchten Bedingungen und sehr böigen Winden, was später insbesondere die Stabhochspringer und Langsprinter über die 200m, 400m und 300m zu spüren bekamen. Aber auch die Sonne ließ sich blicken.
Direkt zu Beginn nahmen die Riegenführer ihre Sportler in Empfang und sorgten für einen reibungslosen Ablauf sowie die nötige Motivation zum Auftakt.
Zusätzlich zum spannenden Zehnkampf gingen auf dem Rosensportplatz auch die Spezialisten in den Wurfdisziplinen an den Start. Vierzig Werfer traten in zwei Riegen im Werferfünf- bzw. Werfervierkampf an und sorgten mit ihren Leistungen für ein weiteres sportliches Highlight des Wochenendes.
Wer sich für den Zehnkampf entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass er seinen Körper in zehn verschiedenen Disziplinen an seine Grenzen treibt. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und mentale Stärke werden in vollem Umfang gefordert. Doch gerade der Kampf gegen sich selbst und die unerbittliche Anstrengung machen den Reiz dieses Wettkampfes aus. Wem das gelang, der konnte sich am Ende des zweiten Wettkampftages „König der Athleten“ nennen. Die zahlreichen Meldungen in den Schüler-Zehnkämpfen zeigen, dass selbst die Jüngeren sich dieser Herausforderung stellen und sich am Ende zu „Prinz und Prinzessin der Athleten“ küren wollen.
Aufgrund der hohen Meldezahlen – das Meldelimit war bereits Ende April erreicht - befürchtete das ORG-Team, dass der Rahmenzeitplan nicht einzuhalten ist. Doch die sehr disziplinierten Athleten und engagierten Kampfrichter sorgten am ersten Wettkampftag dafür, dass dieser planmäßig beendet wurde. So gestaltete sich auch der zweite Tag, wo sogar etwas vor Zeitplan die ersten Zehnkämpfe beendet wurden. Allerdings hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Männerriegen mit dem Stabhochsprung begonnen. Die vielen Starter und starken Stabhoch-Leistungen führten letztendlich dazu, dass die letzten Riegen der Männer und Masters kurz vor Einbruch der Dämmerung die letzte Disziplin - den 1500m-Lauf - in Angriff nahm.
Zu diesem Zeitpunkt hatten vier Teilnehmer bereits neue Meetingrekorde aufgestellt. Den beeindruckendsten Rekord stellte Basilius Balschalarski (TuSpo Borken) in der AK M80 auf. Er verbesserte den Zehnkampf-Meetingrekord von Dr. Siegfried von Känel aus dem Jahr 2019 um 3015 Punkte auf sagenhafte 6.927 Punkte. Diese Punktzahl bedeutet zudem einen neuen deutschen Rekord in der M80 im Zehnkampf. Der alte stammt von Willi Klaus aus dem Jahr 2019 und belief sich auf 6.679 Punkte. Dass Basilius damit eine großartige Leistung gelungen ist, wurde ihm mit viel Beifall und Anerkennung durch die Anwesenden bestätigt.
An dem Wettkampfwochenende wurden zudem drei weitere Meeting-Rekorde aufgestellt. So gelang es Florian Ullrich (M13) vom 1. LAV Torgelow (MV) erneut einen Meetingrekord aufzustellen, nachdem er im Vorjahr bereits den in der M 12 geknackt hatte. Er verbesserte den Rekord von Josef Riedel aus dem Jahr 2000 um 103 Punkte auf 4.999 Punkte. Um 197 Punkte schraubte Lucy Teichgräber (W10) von der HSG Turbine Zittau den 7 Jahre alten Rekord von Lea-Sophie Hanusch auf 3.733 Punkte nach oben. Sigrid Böse startete in der W65 und stellte einen neuen Meetingrekord in dieser Altersklasse auf. Mit 5.007 Punkten ist sie nun künftig in der Statistik als Rekordinhaberin zu finden.
Zeitnah nach der letzten Disziplin fanden die umfangreichen Siegerehrungen statt. Neben der Ehrung der Landes- und Kreismeisterschaften stehen die des Jedermann-Zehnkampfes zusätzlich im Mittelpunkt. Die Sieger der Jedermann-Zehnkampfwertung erhielten das traditionelle Meeting-Handtuch und die Zweit- und Drittplatzierten kleine Präsente. Auch die weiteren Platzierten gehen in Niesky nie leer aus. Jeder Starter erhält eine Urkunde mit den Leistungen der beiden Tage sowie als Finisher ein Shirt des Veranstalters, das durch die Sponsoren Elektro-Müller, Stadtwerke Niesky (SWN), WOBAG Niesky und Werbung-Paul ermöglicht wurde.
Die besondere Atmosphäre machte das Meeting einmal mehr einzigartig: In familiärer und angenehmer Ruhe wurden die Wettkämpfe ausgetragen, doch an Motivation fehlte es nicht. Die Athleten wurden von den Zuschauern immer wieder angefeuert, und auch untereinander fieberten sie mit, sodass echte Gemeinschaft und sportlicher Spirit spürbar wurden. Diese Mischung aus Nähe, Fairness und Leidenschaft sorgte wiederholt für unvergessliche Momente auf und neben der Bahn.
Zahlreiche neue Athleten hatten, wodurch auch immer, den Weg nach Niesky gefunden. Ob es der rein sportliche Anreiz ist, sich den Herausforderungen eines Jedermann-Zehnkampfes zu stellen oder ob es die angenehmen „Randerscheinungen“ in Niesky sind, die Jahr für Jahr „Wiederholungstäter“ und „Neulinge“ gleichermaßen Anfang September nach Niesky locken, bleibt unerforscht. Die vielen positiven Rückmeldungen bestätigen aber dem Org-Team, dass es das Rund-um-Paket zu sein scheint. Dazu gehört z.B. das Versorgungsteam, das neben der Essensversorgung am Wettkampftag auch das Sportlerfrühstück für zwei Drittel der Teilnehmer zubereitete, da diese die Möglichkeit nutzten, wieder vor Ort in der Turnhalle bzw. auf dem Sportplatzgelände zu übernachten. Auch der traditionelle Athletentreff nach dem ersten Wettkampftag wurde erneut genutzt, um in Erinnerungen zu schwelgen bzw. sich auszutauschen. Das familiäre Feeling ist nicht nur durch die individuelle Betreuung durch die Riegenführer zu erklären, sondern auch dadurch, dass mehrere Generationen (7 bis 80 Jahre) sowie Familienmitglieder in den verschiedensten Altersklassen an den Start gehen.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei allen Kampfrichtern, Riegenführern, Helfern, Sponsoren und Mitorganisatoren bedanken, insbesondere stellvertretend bei unserem Platzwart Hans-Joachim Zech, bei unserem Zeitmess-Chef Rainer Klupsch, bei unserem gesamten Versorgungsteam unter Leitung von Juliane Weiß, bei unserem Schatzmeister Hartmut Leppin, bei unserem Sponsorenbeauftragtem Manfred König, bei unserem Auswertungsteam Mike Engemann und Julia Nitsche , meiner „rechten Hand“ Sebastian Schramm und Allen, die dazu beigetragen haben, dass es ein großartiges 54. Mehrkampfmeeting geworden ist.
Alle drei Protokolle (JMZK, Offene LM, W5K & KM MK) sind dem Bericht beigefügt.
Bilder sind jetzt dem Bericht beigefügt! Ein Link zu einer Cloud mit Bildern, die Jörg Fiedler erstellt hat, ist ebenfalls beigefügt.
Bericht: Doreen Nitsche
Fotos: LSV Niesky / André Schulze / Jörg Fiedler / Henno Kriebisch / Rainer Klupsch / Annett Sandig
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Vier Meetingrekorde und ein neuer Deutscher Rekord beim Nieskyer MKM (MO, 07. September 2026)
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