Das Mehrkampfmeeting 2004 ruft - mit Rückschau auf Vergangenes
Niesky
Mit Meldeliste - Aufrufplan - Sieger aller Jahre - Rückblick auf 2003 (Bilder, Ergebnisse, Presse)
Dieser Beitrag wird ständig erweitert.
Das war auf der Sportseite der „Sächsischen Zeitung“ Ausgabe Weißwasser/Niesky als Nachbetrachtung zum Niesky Mehrkampfmeeting zu lesen:
Am Ende völlig breit, aber glücklich
Aus eigener Sicht:
Hobbysportler versucht sich erstmals im Zehnkampf und erhält sich erstaunlich gut
Das Nieskyer Mehrkampfmeeting bietet auch Hobbysportlern die Möglichkeit, sich im Zehnkampf zu versuchen. Genutzt hat dies Rene Lenz, eigentlich Fußballer in Horka. Mit beachtlichem Ergebnis übrigens, wie der Meetingverantwortliche Gerd Scholz einschätzte. Wie sich der Zehnkampf für ihn anfühlte, schrieb er für die SZ auf.
Von Rene Lenz
Fußballkumpel Carsten Nitschke und meine eigene Neugier hatten mich überzeugt, einmal das Abenteuer Zehnkampf zu versuchen. Fit vom vielen Fußball und anderem Sport bin ich mit meinen fast 35 Jahren ja - ein bisschen „Spezialtraining" in den Wochen vor dem Wettkampf - und los geht's.
100 METER-LAUF
Spritzig früh am Morgen - oh Gott! Eine halbe Stunde einlaufen, dann in den Startblock. Und dann, vor Aufregung und weil der Starter ewig nicht los schoss (?), gleich ein Fehlstart! Dann - na klar - beim zweiten Versuch gleich den Start verpasst. 12,30 Sekunden, ich war ganz zufrieden, zum Glück war genug Rückenwind!
WEITSPRUNG
Ein Laie glaubt gar nicht, wie schwer es ist, nach ein paar Jahren die richtige Anlauflänge zu finden, so dass man den Balken trifft und auch noch schnell ist. Die Profis kamen mit Bandmaß, ich habe halt probiert, bis es in etwa funktioniert. 5,32 Meter im dritten Versuch -ganz gut für mein Alter!
KUGELSTOß
Die Ausbildung in der Schule und das Training mit Carsten haben geholfen. Technisch ging das ganz gut. Man glaubt aber gar nicht, wie schwer 7,25 Kilo sind und wie die Spezi Sören Voigt das Gerät an die 14 Meter stößt. Für mich kamen 9,68 Meter raus. Immerhin 466 Punkte!
HOCHSPRUNG
Da kommt man seit fast 20 Jahren das erste Mal wieder zum Hochsprung und da springen die sich bei 1,60 Metern ein! Ich habe erst einmal zehn Minuten gebraucht, um mir klar darüber zu werden, wie man über die Latte kommt. Zum Glück haben wir uns dann auf eine Anfangshöhe von 1,40 Meter geeinigt die ich auch gleich im ersten Anlauf geschafft habe. Am Ende waren es 1,50 Meter- mit katastrophaler Technik.
400 METER-LAUF
Das ist etwas, was ich ganz gut kann. Sich die knapp zwei Runden auf der Nieskyer Anlage richtig einzuteilen, ist dennoch gar nicht so einfach. Ich bin vielleicht etwas zu langsam angegangen, habe dann meinen Lauf in 60,63 Sekunden gewonnen.
Den ersten Tag des Zehnkampfes fand ich relativ leicht - fast von jedem zu meistern. Mein Zwischenstand: 2 285 Punkte. Der technisch anspruchsvollere zweite Tag stand mir aber noch bevor:
110 METER-HÜRDEN
Ein Wald von zehn Hürden, viel zu hoch, stehen auf der Strecke. Wenn man davor steht, weiß man nicht, wie man da drüber soll. Beim Spezialtraining mit Carsten hab ich mich an der fünften Hürde gelegt... Die Ratschläge der Profis („locker bleiben, nicht verkrampfen") haben aber geholfen - in 20,58 Sekunden überstanden!
DISKUSWURF
Wie Lars Riedel, mit eleganter Drehbewegung, werfe ich nicht. Für Anfänger ist es besser, aus dem Stand zu werfen, damit du genau weißt, in welche Richtung der Diskus fliegt. Drei gültige Versuche, der beste bei 24,09 Metern.
STABHOCHSPRUNG
Ein absolutes Abenteuer für jeden Athleten, der noch nie einen Stabhochsprungstab in den Händen hatte. Hier war das „Spezialtraining absolut notwendig, einmal in der Sandgrube und einmal an der Anlage. 2,40 Meter für den ersten Wettkampf können sich, so haben mir meine Mitstreiter gesagt, sehen lassen. Wobei, wie bei den Profis darf man sich das nicht vorstellen. Der Stab biegt sich nicht durch, nach oben geschnipst wird man auch nicht.
SPEERWURF
Technisch ist das ziemlich schwierig, weil es eben nicht mit Ballwerfen zu vergleichen ist. Der Anlauf muss stimmen, der Armzug soll aus dem langen Arm und geradlinig erfolgen, der richtige Anstellwinkel muss getroffen werden, damit der Speer ins Segeln kommt. Immerhin - ein bisschen segelte er bei mir - auf 37,94 Meter.
1 500 METER-LAUF
Schwere Beine nach den zwei Wettkampftagen und dann noch diese Strecke! Die war dann auch mörderisch. Nach zwei Runden (500 Meter) fühlten sich meine Beine schon doppelt so dick an wie zuvor. Aber durchgekämpft (in 5:34,70) und im Ziel erst mal niedergelegt. Die Glückshormone über die überstandene Zwei-Tages-Tortur brachten mich aber schnell wieder auf die Beine.
• Fazit: 3 906 Punkte, zweiter in meiner Altersklasse M 35 (von drei Startern), ein in Niesky sonst unerreichter Rekord durch mich (zehn persönliche Bestleistungen in meinem ersten Wettkampf), Spaß gemacht hat es, die Organisation war super, die Riegenführer Kerstin Helm und Bernd Küpper haben mich (wie alle anderen Teilnehmer auch) super angefeuert. Und das Gefühl auf dem Treppchen (mit dreimal Küsschen von der Riegenleiterin) - nur die Nationalhymne hat noch gefehlt. Also Nieskyer -nächstes Jahr seht ihr mich wieder!
Fotos: LSV Niesky / Gerd Scholz
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