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Europameisterschaft Senioren 2012

Erfolgreichster Nieskyer mit Gold und Silber und Super-Rekord: Jörg Schäfer startet vehement in die Stadionrunde (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Erfolgreichster Nieskyer mit Gold und Silber und Super-Rekord: Jörg Schäfer startet vehement in die Stadionrunde

Zittau


EM 2012 ein persönlicher Rückblick


Die 18. Europäische Senioren Leichtathletik-Meisterschaft ist Geschichte. Im Zittauer Weinaupark erlebten Aktive, Angehörige, Freunde und Zuschauer zehn heiße und turbulente Tage die lange in Erinnerung bleiben. Für das Archiv des LSV Niesky möchte ich meine persönlichen Erlebnisse festhalten. Die Seniorenleichtathletik wurde erst in den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts unter dem Begriff Alterssport in das Wettkampfsystem aufgenommen und Niesky ist auf kreislicher Ebene ein absoluter Vorreiter denn bereits 1970 gab es Kreismeisterschaften in der Halle und Freiluft! Immer war es Programm, die Leichtathletik im Lebenslauf möglich zu machen. Vom Vorschulalter bis zum Lebensabend. Die Europameisterschaften sozusagen vor der Haustür haben vor Augen geführt, dass es im Sport keine Altersbegrenzungen mehr gibt. Bereits im Vorfeld habe ich mich gefreut, dass sich doch recht viele Nieskyer auf eine Teilnahme vorbereitet haben. Die weit gefächerten Austragungsorte und Wettkampfzeiten haben es nicht möglich gemacht, alle bei ihrem Start zu beobachten. Aber das Internet hat doch für schnelle Informationen gesorgt. So blieben 5 Tage, die ich im Weinaupark und den vielen Wettkampfanlagen verbracht hatte.


16./17.(18.).August:

Mit einem ausgezeichneten 6. Platz im Zehnkampf der M35 war Steffen Röher der erste Nieskyer Athlet im Einsatz. Es war ein denkwürdiger Zehnkampf über 3 Tage, denn die Riege startete am 16.8. und beendete am 18.8. um 00:15 mit dem 1500 m Lauf den Zehnkampf. Ich selbst war zu früh angereist weil ich den Zeitplan nicht richtig verstanden hatte. Man ist ja schließlich kein Experte. Beginn war jeweils 17:15 mit der ersten Disziplin. Als leidenschaftlicher Zehnkampffreund war Steffens Auftritt bei dieser Meisterschaft schon ein Höhepunkt für mich denn er hielt die Nieskyer Mehrkampftradition aufrecht.
18.08.:

Zu Hause am PC kann ich mich freuen. Ein Nieskyer Wurfathlet wird Europameister im Diskuswurf. Sören Voigt, der mit 49,83 m den Kreisrekord mit der 2 kg-Scheibe hält, gewinnt in der M35 mit 47,53 m. Silvia Kliche fährt mit Platz 7 im Kugelstoßen der W55 (9,52 m) unzufrieden nach Hause.
19.08.:

Im Hammerwerfen der W40 gelingt Anke Kalbaß ein guter Wettkampf. Zweimal überbot sie den Kreisrekord und näherte sich mit 39,36 m der 40 Meter Marke. Am Ende landete sie überraschend weit vorn auf dem 6. Platz. Platz 8 war das heimliche Ziel. Geholfen hatte möglicherweise auch eine beachtliche Fangruppe aus Niesky.
20.08.:

Die Läufergarde von Frank Tillig geht in Zgorzelec bei sengender Sonnenstrahlung und Hitze an den Start. Der ehemalige Görlitzer hatte seine Schützlinge unter bescheidenen Bedingungen auf die ungewohnte Hindernisstrecke vorbereitet. Es war achtbar was sie liefen: Jens Weickert (M35) 7. in 11:37,95min; Torsten Stielke (M45) 9. in 11:43,77min und Frank Tillig selbst verbesserte den Landesrekord der M55 auf 13:05,54min und wurde 6. Lediglich Roland Höppner (M50) wurde ein Opfer beflissener Kampfrichter und durfte seinen Lauf nicht beenden.
21.08.:

Jörg Schäfer wird Vizeeuropameister der M45 über 400m! In tollen 51,79 sec. blieb er knapp vor seinen ärgsten Konkurrenten aus Deutschland und lief neuen Landesrekord! Das war wieder einmal eines der bemerkenswerten Rennen, die der beste Zehnkämpfer des Kreises über seine Paradeeinzeldisziplin zeigte. Wie im Jahr 2000 als er in 48,38 sec. erstmals Deutscher Meister in der M30 wurde und wie in den Spartakiadezeiten als er im Dresdener Heinz-Steyer-Stadion stets auf den letzten 100 Metern der Stadionrunde unwiderstehliche Spurts lieferte.
22.08.:

Steffen Röher, der erfolgreichste Speerwerfer unseres Kreises wird in der M35 mit 51,93 m Fünfter und Tino Eggerth erreicht mit 46,32 m Platz 6.
23./24.08.:

Zwei anstrengende Tage an denen ich die Werfer betreue, die sich für den Werferfünfkampf eingetragen haben. Schon um 5:45 Uhr geht es in Niesky los. Anke Kalbaß zeigt wie schon beim Hammerwurf, dass sich die vielen zusätzlichen Trainingsbemühungen gelohnt haben und sie trotz einiger nervöser Hänger mit neuer persönlicher Fünfkampfbestleistung Platz 8 erreichen konnte. Am nächsten Tag verfolge ich mit Freude wie sich Sören Voigt konzentriert und im Beisein seiner Eltern durch die Wettbewerbe des Werfermehrkampfes bewegt. Am Ende belegt der mehrmalige Deutscher Meister einen guten 3. Platz nur 66 Punkte hinter dem Sieger aus Finnland der seine Überlegenheit aus dem Hammerwurf schöpfte.
Sehr ambitioniert waren mit Silvia Kliche (W55) und Peter Hennig (M70) unsere dienstältesten Starter in die Wettkämpfe gegangen. Beide hatten im Jugendalter in Niesky auf dem Jahnsportplatz mit der Leichtathletik begonnen und sind nun im Seniorenalter noch erfolgreich aktiv. In Zittau hatten sie ausgesprochenes Pech. Nach solidem Beginn mit Hammer und Kugel kam für Silvia Kliche beim Diskuswurf der Dämpfer mit einer Null-Runde wegen drei ungültigen Versuchen. Toll ihre Reaktion beim Speerwurf (27,54 m), wo sie den Kreisrekord um satte 2 Meter verbesserte. Auch das abschließende Gewichtwerfen beendete sie mit neuem Kreisrekord (10,10 m). Ein möglicher Platz 6 im Gesamtklassement war leider dahin. Peter Hennig startete mit neuem Hammerwurfkreisrekord von 34,82 m und sah sich nach 11,81 m mit der Kugel sogar auf Rang 3 im Zwischenstand. Der 3. Versuch im Diskuswurf nach einem Sicherheitsversuch aus dem Stand brachte leider eine Muskelverletzung die ihn zur Aufgabe zwang.
25.08.:

Am Abschlusstag gab es noch einmal Gold für einen Nieskyer. Jörg Schäfer lief die Schlussrunde für die deutsche Siegerstaffel über 4x400 m. 55 Hundertstel fehlten am Ende zum Europarekord. Für Jörg Schäfer hatte sich der Kampf gegen seine Blessuren im Wettkampf und der Vorbereitungszeit gelohnt.
Derweil waren drei Aktive des LSV Niesky auf den Straßen zwischen Hradec und Zittau beim abschließenden Marathonlauf unterwegs. Dass alle, die den Lauf unabhängig von den erzielten Platzierungen auf der Ziellinie beendet haben eine große Leistung vollbrachten, steht außer Frage.
So liefen Torsten Fischer-Jurke (M45) 3:57:38h; Sabine Kretschmer (W45) 4:29:40h; Gerd Röthig (M60) 4:57:17h. Auch sie belegten, dass beim LSV Niesky im Langstreckensektor einiges getan wird.


Dass ich in Zittau auch viele Nieskyer Leichtathleten und Verwandte als Zuschauer begrüßen konnte und einige auch als Helfer aktiv waren rundet meine Erinnerung an die EM 2012 ab.
Wer in der SZ gelesen hat, dass Christina Amboß und Thomas Lebsa unseren Verein würdig vertreten haben und manche internationale Konkurrenz hinter sich ließen, ist leider falsch. Beide waren nicht am Start und konnten unser Medaillenkonto leider nicht bereichern.

 

Gerd Scholz

 

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EM Senioren Zittau (SA, 25. August 2012)

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