Backyard-Ultra Festival 2025

22.07.2025

Erstaunt schauen „Uneingeweihte“ ins Protokoll des O-See Backyard-Ultra Festival 2025. Alle „Finisher“ tragen das Kürzel DNF. Bei dieser extremen Form des Ultralaufes, einem Ausscheidungsrennen, gilt „Last man standing“- der Letzte gewinnt! Es wird eine 6,706km   lange Runde gelaufen. Im Ziel haben die „Ultras“ die Möglichkeit, sich die restliche Zeit auf die nächste Runde vorzubereiten. Doch zu jeder vollen Stunde „müssen“ sie wieder am Start stehen, sonst Disqualifikation (DNF). Es gewinnt nicht der Schnellste, sondern wer die meisten Runden absolviert. Der Backyard-Ultra rund um den Olbersdorfer See galt auch als Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft 2026 und die Weltmeisterschaft im Heimatland der Disziplin in Tennessee (USA) 2025. Fast 200 Männer und Frauen, darunter Ralf-Ortwin Ernst aus unserem Verein, wollten so lange wie möglich laufen. Doch Dauerregen verwandelte die Sand- und Waldboden-Strecke in eine Schlammpiste. Da half die kurze Pause beim Start- und Ziel im Westparkstadion kaum. „Ich musste aller drei Runden meine Schuhe innen säubern, um keine Blasen an den Füßen zu bekommen. Was kurz trinken und weiter ging es“, so Ralf. Zwar war pro Runde nur 40 Höhenmeter zu bewältigen, aber die multiplizierten sich mit jeder neuen Runde. Trotzdem hielt er 20 (Yards) Runden mit 134km und einer reinen  Laufzeit von 17:43:10,0 Stunden durch. Der 67jährige lief im Durchschnitt zwischen 51 und 54 Minuten pro Runde, wobei ihm dann immer nur 6 bis 9 Minuten Ruhe nach jeder Runde blieb.

Im Vergleich lief der derzeit schnellste „Ostsachse“, Patrick König (Vorbereitungswettkampf), zwischen 27 und 32 Minuten pro Runde, sagte dann aber schon nach 12 Runden (81km) für sich: „Schluss“.

Ralf-Ortwin Ernst wurde 18. der Gesamtmännerwertung und Last man standing seiner Altersklasse M65. Aber er hätte auch die M55 oder M60 gewonnen. Alle vor ihm Platzierten waren über 13 Jahre jünger. Eine sportliche - wie mentale Top-Leistung, obwohl Ralf mehr vor hatte. Viel mehr Runden kann man doch kaum laufen, oder? Der Sieger in Zittau/Pethau schaffte 40 Runden (269km) und bei den Frauen die Siegerin unglaubliche 38 Runden (255km). Übrigens der Weltrekord bei den Männern steht bei 119 Runden (gleich Stunden) oder 797,9km und beim „schwachen Geschlecht“ 87 Runden oder unvorstellbare 583,9 km).

   

Frank Tillig